Aktienemission

Aktienemission

Als Aktienemission wird die Ausgabe (auch Emission) von neuen Aktien bezeichnet. Das Unternehmen, das die Aktien ausgibt, wird im Emissionsverfahren auch Emittent genannt. Die Schaffung neuer Aktien ist in den folgenden Situationen möglich:

  • bei der Neugründung einer Aktiengesellschaft,
  • bei der Umwandlung einer Gesellschaft anderer Rechtsform in eine Aktiengesellschaft,
  • bei der Ausgabe junger Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung und
  • beim Aktien-Split (manchmal auch als Gratisaktien bezeichnet).

Die neuen Aktien können an ein breites Publikum auf dem Primärmarkt platziert werden. Dies geschieht meist unter Vermittlung einer Investmentbank, die für ihre Dienstleistungen einen prozentualen Anteil des Emissionserlöses erhält.

Zu der Preisermittlung gibt es verschiedene Verfahren: Festpreisverfahren, Auktionsverfahren (Amerikanisches und Holländisches) und das Bookbuilding-Verfahren.

Beim Aktiensplit erhält der Aktionär beispielsweise für eine alte Aktie zwei neue, wobei sich der Gesamtwert nicht ändert. Dies wird als Marktinstrument etwa eingesetzt, um den Handel mit der Aktie zu erleichtern. Wer bisher nur eine Aktie hatte, kann anschließend sozusagen einen Teil verkaufen, behält aber im übrigen alle Rechte als Aktionär.

Nach § 9 AktG ist es nicht gestattet, Aktien unter pari, d. h. zu einem Preis geringer als dem Nennwert (Nennwertaktie) oder den auf die einzelne Stückaktie entfallenden Anteil des Grundkapitals (nennwertlose Aktie) zu emittieren. Die Ausgabe über pari ist erlaubt und stellt in der Praxis den Normalfall dar.

ERFOLGSREGELN



Die häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet
Was Werbung bewirken kann, zeigte die Deutsche Telekom im Jahr 1996. Ihr mediengerecht aufbereiteter Börsengang war das Startsignal für einen bislang beispiellosen Run der Deutschen auf den Aktienmarkt. Allein durch die Telekom Emission kamen nach Schätzungen des Deutschen Aktien Instituts 500 000 neue Aktionäre hin zu. Und die hohen Wertzuwächse am Aktienmarkt, gepaart mit den niedrigen Zinsen die Festgelder oder Anleihen abwerfen, lassen zudem vermuten, daß die Zahl der Neuaktionäre seitdem noch weiter gestiegen ist. Kurz: Noch nie waren an den deutschen Börsen auf einen Schlag so viele relativ unerfahrene Anleger zugange wie zur Zeit. Sie hoffen alle auf das große Geld oder zumindest eine gute Rendite, doch Fehler sind schnell gemacht und müssen häufig teuer bezahlt werden. Zwar gibt es kein Patentrezept für Börsengewinne – die gröbsten Fehler sind jedoch bekannt.

Beim Kauf:

Fehler 1: draufloskaufen
Aktien kaufen ist einfacher als man denkt – dennoch sollte man nicht gleich sein ganzes Geld investieren und alles zusammenkaufen, was man so entdeckt. Man sollte immer flüssige Mittel bereithalten und in Festgeld, Geldmarktfonds oder gut verzinslichen täglich fälligen Konten parken – man weiß ja nie, was sich in der nächsten Zeit für Chancen auftun. Bevor man sich mit einzelnen Aktien beschäftigt, lohnt es sich, Gedanken über die Zusammensetztung seines Depots zu machen. Alles auf eine oder wenige Karten zu setzten ist zu riskant. Aber auch mehr als 10 oder 15 Werte lassen sich kaum noch ohne hohen Zeitaufwand überschauen. Der Charme eines gut strukturierten Depots ist die ausgewogene Mischung. Streut man sein Geld in Aktien aus verschiedenen Branchen oder auch Ländern büßt man i. d. R. kaum Performance ein, doch das Risiko sinkt dadurch stark.
Ø Depot strukturieren

Fehler 2: blindes Vertrauen auf Empfehlungen
Das Einfachste scheint oft den Expertentips zu folgen. Die Nachteile: Die Tips sind auch im Markt bekannt und in den Kursen bereits vorweggenommen. Oft schwingt auch eine gehörige Portion Eigeninteresse des Tipgebers mit – ganz zu schweigen davon, daß auch schon mal manipuliert wird, um selbst günstig ein- oder auszusteigen. Deshalb lohnt es sich zu jedem Tip die Hintergründe anzuschauen: liegt eine fundierte Studie der Empfehlung zugrunde oder wird einfach nur Stimmung gemacht? In jedem Fall: Machen Sie sich ein eigenes Bild anhand von Fakten und treffen dann Ihre eigene Entscheidung.
Ø eigene Meinung bilden

Fehler 3: Selbstüberschätzung
Wer gleich am Anfang sein ganzes freies Geld einsetzt, kann Glück haben – oder sich die Finger verbrennen. Das wäre schade, denn auf lange Sicht gibt es an der Börse die besten Renditen. Aber der Einstieg ist auch mit überschaubarem Risiko möglich: Man kauft sich für einen relativ geringen Betrag – das müssen noch nicht einmal 1000 Mark sein Aktien eines Großunternehmens oder legt sich die Papiere quasi nur gedanklich ins Depot. Wer beispielsweise so Siemens – Aktien „erworben“ hat, wird das Papier nicht nur regelmäßig im Kursteil oder den Börsenberichten wiederfinden, sondern auch schnell ein Gespür dafür entwickeln, ob und wie sich die jüngsten Nachrichten über das Unternehmen oder die Elektrobranche auf die Entwicklung des Siemens – Aktienkurses auswirken. Vorteil des Pseudo – Kaufs: Der Quasi – Aktionär kann ohne Risiko testen, ob seine Einschätzungen richtig sind. In aller Regel wird er bereits nach kurzer Zeit auch über den Tellerrand hinausschauen und weitere Werte entdeckenden, die ihn interessieren. Das Interesse für die Börse baut sich auf, das Verständnis für die Zusammenhänge auch, der Anleger erhält einen immer besseren Überblick über den Markt und bildet sich eigene Meinungen zu Aktien. Seriöse Finanz und Wirtschaftszeitschriften, wie zum Beispiel „Manager Magazin“, „Capital“, „Börse Online“, „Finanzen“, „Das Wertpapier“ und das „Nebenwerte – Journal“, aber auch die Investmentdienste der Banken können jetzt durchaus sinnvolle Ergänzungen sein. Beurteilen die Profis einzelne Wertpapiere ähnlich und wenn nicht, warum? Umgekehrt können die Dienste Anregungen bieten, sich mit neuen Wertpapieren zu befassen und diese zu analysieren
Ø Schritt für Schritt vorgehen/ Gespür entwickeln

Fehler 4: fehlende Informationen
Kaum ein Pilot startet ohne Radar bei schlechter Sicht – und auch Anleger müssen ihrem Geld keinen Blindflug zumuten. Schon vor dem Kauf sollte man wissen, wo man den Kurs verfolgen kann und wo es Informationen zum aktuellen Geschäftsverlauf gibt. Am besten lassen sich die Aktien von großen Unternehmen verfolgen, über die in der täglichen Wirtschaftspresse berichtet wird. Was hat man von einer vielversprechenden OTC – Aktie wenn man nicht weiß, ob man inzwischen schon reich, noch reich oder bereits wieder pleite ist. Bei mittel- und längerfristigen Engagements sind Informationen über die Tätigkeitsfelder, das Management und den Geschäftsverlauf der letzten Jahre sinnvoll. Das Meiste findet sich im Geschäftsbericht (gibt es kostenlos bei den Gesellschaften, siehe unter „Kontakt“ in der Wertpapierliste).
Ø Unbedingt Zugriff auf Kurse und Unternehmensmeldungen sicherstellen

Fehler 5 : Trend vernachlässigen
Oft braucht man lange, um von einer Aktie überzeugt zu sein. Da kann der Kurs schon ein wenig angezogen haben. Wenn man wirklich von dem Titel überzeugt ist, sollte man den billigeren Kursen nicht lange nachtrauern – denn auch jetzt läßt sich noch gut verdienen. Den Tiefstkurs erwischt jedenfalls so gut wie keiner. Und bei echten Wachstumswerten – das sind die mit der Kurve von links unten nach rechts oben – kann man lange darauf warten. Anders herum: wenn der Kurs im freien Fall ist, Geduld zeigen und Bodenbildung abwarten. „Never catch a falling knife“ denn der Kurs fällt meist noch ein Stück weiter.
Ø eher in steigende, nie in fallende Kurse einsteigen

Fehler 6: sich unter Erfolgsdruck setzen
Wenn man sich gleich den „Tip des Jahres“ als Maßstab hernimmt, schneidet man mit seinem eigenen Depot meist schlechter ab. Selbst die Experten von Vermögensverwaltungen und Investmentfonds kämpfen hart, allein um den Index zu schlagen. Wer sich anhand der tollen Erfolgsmeldungen selbst unter Erfolgsdruck setzt, hat Mühe, einen klaren Kopf zu behalten. Schnell wird dann auf Kredit gekauft oder das Depot mit zu vielen Optionsscheinen bestückt, weil man den Profis ja nicht nachstehen möchte. Doch der unbekümmerte Einsatz von Derivaten ist der schnellste Weg zum Ruin- das weiß man nicht erst seit Nick Leeson. Deshalb: sich zu Bescheidenheit zwingen und den Großteil des Geldes dort anlegen, wo man sich gut auskennt. Risikopapiere taugen lediglich zur Depot- Beimischung.
Ø klein anfangen

Beim Halten:

Fehler 7: von der Hoffnung leben
Selbst ein sorgfältig ausgewählter Wert kann nach dem Kauf stark fallen. Allein Hoffnung aufbessere Zeiten hilft einem nicht viel in einer langen und teuren Durststrecke. Mancher Anleger verkaufen ein Papier allein deshalb nicht, weil sie dann einen geringen Verlust realisieren würden. Doch auch beim Jahrestiefstkurs A oder der Unterstützungslinie B muß noch lange nicht Schluß sein. Erst nachdem der Kurs noch weiter abgesunken ist, geben sie irgendwann entnervt auf, akzeptieren ein hohes Minus. Halten Sie sich vor Augen, der Kurs kann immer noch weiter fallen. Andererseits muß man deshalb nicht bei den ersten Kursverlusten gleich verkaufen. Besser ist es, die Situation zu überprüfen. Zu beachten gilt: Handelt es sich um eine solide Aktie, die aufgrund überzogener Reaktionen fällt, oder um einen spekulativen Nebenwert, bei dem noch einiges im Dunkeln ist? Bei letzterem sollte man verkaufen. Egal ob man sich für halten oder verkaufen entscheidet: Spätestens jetzt sollte ein Stop-Loss-Limit gesetzt werden (siehe „Richtig limitieren“). l. d. R. sollte eine Verustbegrenzung bei 10-20% Verlust einsetzen.
ØVerlust begrenzen

Fehler 8: Ungeduld
Gehören Sie zu den Gewinnbegrenzern? Die freuen sich schon über vielleicht 10% Kurssteigerung und überlassen anderen die weiteren Gewinne. Obwohl das Papier mitten im Aufwärtstrend ist wird viel zu früh verkauft. Besser wäre hier das anfängliche Kursziel zu überprüfen. Falls die neue Lage keine wesentlichen Steigerungen erwarten läßt (die Höchstkurse erwischt man so gut wie nie): verkaufen und die Gewinne mitnehmen. Andernfalls das Kursziel hochsetzen.
Ø Gewinne laufen lassen

Fehler 9: Nachkaufen („Verbilligen“/„Verteuern“)
Dieses „Erfolgs“ Rezept kennt man vielleicht schon vom Roulett: Jedesmal, wenn man verliert, setzt man einfach nochmal mit höherem Einsatz auf die gleiche Zahl. Irgendwann muß man ja schließlich gewinnen. Doch das funktioniert nicht unbedingt, aus einem ganz profanen Grund – das Geld geht einem vorher aus. Auch an der Börse wird viel zu oft nachgekauft, wenn die Kurse bereits abgesackt bzw. davongelaufen sind. Die einfache Mischkalkulation trübt den Blick. Bevor man gutes Geld dem schlechten hinterher wirft bzw. teuer nachkauft, sollte man sich in Erinnerung rufen, warum man damals klein eingestiegen ist.
Ø jeden Kauf separat prüfen

Beim Verkauf:

Fehler 10: Springen zur nächsten Aktie
Trennen Sie sich auch so schwer von Ihren Aktien? Man hängt ja irgendwie dran. Und wenn man sich schon von einer Aktie trennt, dann muß sofort gleichwertiger Ersatz her. Hat man erstmal zweistellige Gewinne eingefahren, gibt man sich nicht mehr mit mageren Geldmarktzinsen ab. Doch die Börse kennt nicht nur die Richtung nach oben. Wer voll investiert ist, verliert in der Baisse die Gewinne, die er in der Hausse gemacht hat – eben nur mit anderen Aktien. In solchen Zeiten erscheinen Geldmarktzinsen plötzlich sehr sehr attraktiv. Deshalb: immer Reserven halten – am Anfang der Hausse weniger – am Ende mehr. Bei geringen Kursschwankungen braucht man weniger – bei volatilen Märkten mehr.
Ø flüssige Mittel bilden

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Willibert Schotten
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